Wiesn-Service

Fit für
die Wiesn

Reiseführer lesen sich vor der Abreise. Das hier liest du vor der ersten Maß. Drei Kapitel, jedes in einer Minute durch: was du am Eingang brauchst, wie man sich im Zelt benimmt und wie du zahlst.

Tasche max. 3 Liter Reservierung kostenlos Bargeld immer dabei 10 Regeln im Zelt
Kapitel 1

Reinkommen

An der Taschenregel scheitern jedes Jahr Tausende, die schon vor dem Zelt stehen. Der Rucksack darf nicht mit, auch nicht leer.

Die Taschenregel
  • Erlaubt sind Taschen bis 3 Liter, höchstens 20 x 15 x 10 Zentimeter
  • Rucksäcke und große Taschen sind verboten, auch wenn sie leer sind
  • Für alles Größere gibt es die Gepäckaufbewahrung, sie kostet 5 Euro
  • Kontrolliert wird an jedem Eingang, plan die Zeit ein
Mit oder ohne Reservierung
  • Die Reservierung selbst kostet nichts, du kaufst vorab Verzehrgutscheine
  • Üblich sind zwei Liter Bier und ein Hendl pro Person
  • Reserviert wird ein ganzer Tisch für acht bis zehn Leute, Einzelplätze gibt es nicht
  • Ohne Reservierung kommst du rein, solange das Zelt nicht voll ist. Unter der Woche und vormittags klappt das fast immer
Zeiten und Kinderwagen
  • Zwischen 1.30 Uhr und 9 Uhr ist das Gelände für Besucher zu
  • An Samstagen und am 3. Oktober sind Kinderwagen ganztägig nicht erlaubt
  • An allen anderen Tagen darf der Kinderwagen bis 18 Uhr mit
  • Alle Öffnungszeiten stehen im Wiesn-Service
Nicht mit rein: Glasflaschen und Gassprühdosen
Nicht mit rein: Fahrräder und Roller
Nicht mit rein: Tiere, außer Assistenzhunde

Quelle: Landeshauptstadt München, Besucherservice und Regeln zum Oktoberfest, sowie die Reservierungsinformationen der Stadt. Stand August 2026. Vor jeder Wiesn neu prüfen, die Regeln ändern sich.

Kapitel 2

Der Codex

Im Zelt gelten Regeln, die keiner aufschreibt. Hier stehen sie trotzdem. Die ersten vier bringen dich durch den Abend, der Rest macht dich sympathisch.

Beim Prosit in die Augen schauen

Nicht auf den Krug, nicht aufs Handy. Blickkontakt, dann trinken. Wer wegschaut, bekommt sieben Jahre Pech. Nachweisbar ist das nicht, aber niemand will es ausprobieren.

Unten anstoßen, nicht oben

Der volle Krug wiegt über zwei Kilo. Stoß am dicken unteren Drittel an, dort hält das Glas. Oben angestoßen springt der Henkel ab. Dann zahlst du den Krug und hast trotzdem keinen.

Auf die Bank ja, auf den Tisch nein

Auf der Bank zu stehen gehört dazu. Wer auf den Tisch steigt, wird vom Ordnungsdienst geholt. Der Tisch trägt Maßkrüge, keine Menschen.

Der Krug bleibt im Zelt

Er gehört dem Wirt. Ihn mitzunehmen ist Diebstahl, am Ausgang wird kontrolliert. Souvenirs gibt es an jedem zweiten Stand, und die musst du nicht verstecken.

Reservierte Tische bleiben reserviert

Steht ein Schild auf dem Tisch, ist der Platz vergeben, auch wenn er gerade leer aussieht. Die Gruppe kommt wieder. Immer.

Die Bedienung heißt nicht Fräulein

Ein Handzeichen reicht, sie hat dich im Blick. Bestell mehrere Maß auf einmal, das spart euch beiden Wege.

Zusammenrücken ist normal

Fremde am Tisch gehören zur Wiesn. Der Sitznachbar aus Neuseeland ist kein Betriebsunfall, sondern der Grund, warum du später davon erzählst.

Rauchen nur draußen

Im Zelt gilt das bayerische Rauchverbot. Draußen gibt es Bereiche dafür. Ist das Zelt voll, kommst du danach eventuell nicht mehr rein. Überleg dir das vor der Zigarette.

Erst essen, dann trinken

Festbier hat mindestens 13,5 Grad Plato Stammwürze und deutlich mehr Alkohol als ein normales Helles. Eine Brezn vorher ist keine Schwäche, sondern Planung.

Mitsingen musst du nicht können

Bei „Ein Prosit“ steht das ganze Zelt auf. Text lernen lohnt sich, es sind zwei Zeilen. Danach kommt „Oans, zwoa, gsuffa“. Mehr Bayerisch brauchst du an Tag eins nicht, den Rest lernst du im Vokabeltrainer.

Kapitel 3

Bezahlen

Die kurze Antwort: nimm Bargeld mit. Karte geht in vielen Zelten, jedes Jahr in mehr, aber jeder Wirt entscheidet das selbst.

Bar oder Karte
  • Kartenzahlung ist im Zelt inzwischen weit verbreitet und wird jedes Jahr mehr
  • Eine Regel für alle gibt es nicht, das entscheidet jeder Wirt für sein Zelt
  • Draußen bei Schaustellern, kleinen Buden und Fahrgeschäften ist Bargeld oft schneller
  • Geldautomaten stehen an den Eingängen und rund um die Theresienwiese, abends mit Schlange
  • Wenn du es genau wissen willst: kurz auf der Seite deines Zelts nachsehen

Am entspanntesten fährst du mit beidem. Karte für die Maß, ein paar Scheine für den Rest.

So läuft es am Tisch
  • Die Bedienung kassiert jede Runde einzeln, nicht gesammelt am Ende des Abends
  • Eine Rechnung bekommst du in den meisten Zelten, du musst nur danach fragen
  • Trinkgeld sagst du direkt beim Zahlen an, üblich ist auf den nächsten Euro aufrunden
  • Leg das Trinkgeld nicht auf den Tisch, dort ist es nach zwei Minuten weg
  • Für die Fahrgeschäfte zahlst du an der Kasse, meist gegen Fahrchips
  • Was die Maß in deinem Zelt kostet, steht auf der Seite Bierpreise 2026

Angaben zum Service nach der Landeshauptstadt München, Stand August 2026. Ob und wie ein Zelt Karte nimmt, entscheidet der Wirt und kann sich jede Saison ändern. Im Zweifel Bargeld dabeihaben.

Kapitel 4

Und jetzt auf Bayerisch

Zehn Wörter pro Runde, deutsch oder englisch, mit Auflösung und Beispielsatz. Am Ende sagt dir das Ergebnis, ob du als Zuagroaster durchgehst oder schon als Urgestein.